ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

Unterhalt

Kinder haben Anspruch auf Unterhalt durch ihre Eltern. Ob das Kind ehelich oder unehelich ist, macht keinen Unterschied. Wenn die Eltern zur Leistung des Unterhalts nicht imstande sind, sind die Großeltern zum Unterhalt verpflichtet.

Solange du mit deinen Eltern in einem gemeinsamen Haushalt lebst, erfüllen sie ihre Pflicht durch Naturalien, d.h. Wohnen, Essen, Kleidung, Schulmaterial usw. Lebt ein Elternteil nicht im gemeinsamen Haushalt (z.B. weil deine Eltern geschieden sind oder getrennt leben), so muss er den Unterhalt in Geld leisten. Solange du noch nicht volljährig bist, muss der getrennt lebende Elternteil den Geldunterhalt an deinen gesetzlichen Vertreter/deine gesetzliche Vertreterin (z.B. die Mutter) zahlen. Erst mit deiner Volljährigkeit kann er den Geldunterhalt direkt an dich überweisen.

Ziehst du aus dem Haushalt des unterhaltspflichtigen Elternteiles aus, so ist dieser nur zu Geldunterhalt verpflichtet, wenn er mit deinem Ausziehen einverstanden war.

Die Unterhaltspflicht der Eltern (entweder in Naturalien oder in Geld) besteht bis zu deiner Selbsterhaltungsfähigkeit. Dein Unterhaltsanspruch gegenüber den Eltern bzw. obsorgeberechtigten Personen mindert sich, wenn du bereits eigene Einkünfte hast. Zu diesen Einkünften zählen Arbeitseinkommen jeglicher Art, daher auch die Lehrlingsentschädigung und Ferialeinkommen, soweit es sich nicht um eine ganz kurzfristige Tätigkeit handelt. Nicht als Einkommen gelten z.B. die Studienbeihilfe, Schmerzensgeld oder Pflegegeld.

Das Erreichen der Selbsterhaltungsfähigkeit ist nicht abhängig von einem bestimmten Alter, wie etwa der Volljährigkeit. So wird z.B. nach Ablegung der Matura durch den Studienbeginn der Eintritt der Selbsterhaltungsfähigkeit hinausgeschoben. Freilich ist ein erfolgreicher Studienfortgang Voraussetzung für die Aufrechterhaltung des Unterhaltsanspruches. Als Beurteilungsrahmen wird die Durchschnittsstudiendauer des jeweiligen Studiums herangezogen. Die Höhe des Geldunterhalts hängt vom Einkommen, also den Lebensverhältnissen deiner Eltern, und von deinem Alter ab.

Die Höhe des Unterhaltsanspruches bestimmt sich nach zwei Kriterien:
der Leistungsfähigkeit der Eltern und
dem eigenen Bedarf des Kindes

Als Entscheidungshilfen für die Ermittlung der Unterhaltshöhe gelten einerseits die Durchschnittsbedarfswerte (wieviel braucht ein Kind in welchem Alter), andererseits (und vor allem) die sogenannte Prozentkomponente, d.h. dass im Normalfall der Unterhalt nach Prozentsätzen vom monatlichen Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen berechnet wird.
Deren Höhe ist nach dem Alter des Kindes abgestuft und beträgt:
Für Kinder unter 6 Jahren 16 %
Für Kinder zwischen 6 und 10 Jahren 18 %
Für Kinder zwischen 10 und 15 Jahren 20 %
Für Kinder über 15 Jahren 22 %

Bestehen weitere Unterhaltspflichten, verringern sich die Prozentsätze entsprechend.
Bemessungsgrundlage für die Ermittlung des Unterhaltsanspruches ist also das Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen. Dazu zählt alles, was im arbeitsrechtlichen Sinne als Entgelt zu qualifizieren ist, also auch Zulagen, der 13. und 14. Monatsgehalt, Überstundenentgelt etc.
Nähere Auskünfte bekommst du beim zuständigen Jugendamt (bei Bezirkshauptmannschaft oder Magistrat).


www.jugendwohlfahrt-ooe.at
www.help.gv.at

Volljährigkeit / Scheidung der Eltern / Minderjährigkeit / Eltern / Antragsrecht

Abteilung Kinder- und Jugendhilfe, Land OÖ
Jugendwohlfahrt in den Bezirkshauptmannschaften
Magistrat Linz – Amt für Soziales, Jugend und Familie
Magistrat Steyr – Jugendamt
Magistrat Wels – Jugendwohlfahrt

^ nach oben